Frag Google nach „tagungshotel buchen“, und die Suchintention ist eindeutig: 30 von 100 Suchanfragen wollen sofort handeln, keine einzige davon will sich nur informieren. Frag ChatGPT oder Perplexity zum selben Themenfeld, und das Bild kippt komplett: 71 Prozent der Dialoge sind Vergleichsphase, 81 Prozent reines Informationsbedürfnis. Beide Zahlen kommen von SISTRIX, gemessen am selben Tag, zum selben Themenfeld, und sie widersprechen sich nicht — sie zeigen zwei verschiedene Stationen derselben Entscheidung. Nur weiß bisher kaum ein Tagungshotel, dass die erste Station überhaupt existiert.
Zwei Messungen, ein Widerspruch, der keiner ist
- Google-Suche „tagungshotel buchen“
- 30 % Kaufabsicht, 0 % Informationssuche
- KI-Dialog „tagungshotel“
- 71 % Vergleichsphase, 81 % Lern-Interesse
Wer heute „tagungshotel buchen“ bei Google eintippt, hat die Vorauswahl meistens schon hinter sich. SISTRIX zählt für das Themenfeld Tagungshotel 21 einzelne Gesprächsthemen, die Menschen mit KI-Chatbots führen, im Schnitt über 2,8 Antwortrunden hinweg. Das ist kein Nutzer, der eine Adresse sucht. Das ist jemand, der noch vergleicht — nur eben nicht mehr in einer langen Ergebnisliste, sondern im Gespräch mit einem System, das am Ende drei bis fünf Namen nennt.
Was in dieser Vergleichsphase überhaupt geklärt wird
Die Vergleichsphase, im SISTRIX-Modell „Consideration“ genannt, ist der Abschnitt vor der Anfrage, in dem ein Tagungsplaner Fakten sammelt, ohne sich schon auf ein Haus festzulegen. Eines der 21 gemessenen Themen heißt konkret „Tagungshotel Merkmale: Konferenztechnik, Pauschalen & Ausstattung“ und kommt laut SISTRIX auf ein monatliches Suchvolumen von 1.250 Dialogen, mit einer Antwortlänge von durchschnittlich 3,2 Runden. Es geht darin fast nie um einen Hausnamen. Es geht um Kapazität, Ausstattung, Erreichbarkeit, Referenzen und Preisrahmen — dieselben fünf Fragen, die im Verkaufsgespräch später sowieso kommen, nur zu einem Zeitpunkt, an dem noch gar kein Verkaufsgespräch stattfindet.
Das erklärt auch, warum die Google-Suche zum Kaufmoment so nüchtern aussieht. Wer „tagungshotel buchen“ tippt, hat die informationssuchende Phase bereits hinter sich, meistens in einem KI-Dialog, der nirgends im klassischen Suchvolumen auftaucht. Woher die Antworten in so einem Dialog stammen, haben wir für Firmenveranstaltungen im Alpenraum an 558 KI-Antworten nachgezählt.
Warum das für dein Haus zählt, nicht für den Handel nebenan
Ein Ladengeschäft verliert durch eine schlecht beantwortete Vergleichsphase vielleicht einen Laufkunden. Ein Tagungshotel verliert eine Anfrage im fünfstelligen Bereich, bevor sie überhaupt gestellt wird. Der Cvent Global Planner Sourcing Report 2026, eine Befragung von 1.650 Eventplanern aus sechs Weltregionen im Juli 2025, zeigt, wie konkret das wird: Für 50 Prozent der Planer zählen Angaben zum Tagungsraum selbst zu den wichtigsten Entscheidungskriterien, für 46 Prozent Grundrisse und Skizzen. Der Bericht formuliert es direkt: leichter Zugang zu diesen Informationen kann den Ausschlag geben, ob ein Planer überhaupt eine Anfrage stellt — nicht, wie gut das spätere Angebot ausfällt.
Erreichbarkeit und Referenzen gehören in dieselbe Kategorie, werden aber öfter vergessen. Erreichbarkeit heißt hier nicht nur Autobahnanschluss, sondern eine ehrliche Angabe zur Fahrzeit ab den nächsten Bahnhöfen und Flughäfen, weil ein Planer diese Rechnung sonst selbst anstellen muss und dabei genauso gut bei einem anderen Haus landet. Referenzen heißen konkret: welcher Anlass, welche Gruppengröße, welches Ergebnis — nicht ein Logo-Karussell ohne Kontext. Beides sind Fragen, die in der Vergleichsphase fallen, lange bevor jemand den Hörer abnimmt.
Ohne strukturierte Antwort
- Der Planer fragt eine KI nach passenden Häusern für zwanzig Personen.
- Die Antwort nennt Häuser, deren Kapazität und Ausstattung klar als Text vorliegen.
- Dein Haus fehlt, weil dieselben Angaben nur in einer PDF-Tagungsmappe stehen.
Mit strukturierter Antwort
- Dieselbe Anfrage trifft auf eine Seite mit Raumgröße, Bestuhlung und Technik als Text.
- Schema.org-Markup ordnet die Angaben eindeutig deinem Haus zu.
- Dein Haus erscheint in der Vorauswahl, bevor der Planer eine einzige Anfrage verschickt.
KI-generiertes Bild
Was du diese Woche änderst
Die Antworten auf die fünf Vergleichsfragen liegen in den meisten Häusern längst vor, nur meistens in einer PDF-Tagungsmappe, die kein Chatbot lesen kann. Eine österreichische Untersuchung von 89 digital aktiven Hotels aus April und Mai 2026 fand: 70,8 Prozent verwenden irgendeine Form von Schema.org-Markup, aber nur 20,2 Prozent ein hotelspezifisches Schema, und gerade 5,6 Prozent eine gültige llms.txt-Datei, über die sich ein Haus KI-Systemen gezielt zu erkennen gibt. Die Lücke liegt nicht zwischen nichts tun und alles tun, sondern zwischen einer generischen Markierung und einer, die ein KI-System eindeutig als Tagungshotel mit diesen Räumen und dieser Ausstattung erkennt.
Konkret heißt das für diese Woche:
- Kapazität, Bestuhlung, Technik und Preisrahmen als lesbaren Text auf einer eigenen Seite pro Raumtyp, nicht als eingescannte Broschüre.
- Schema.org-Markup, das diese Angaben eindeutig deinem Haus zuordnet.
- Die Referenzen aus dem Absatz oben als Fließtext mit Anlass und Gruppengröße, nicht nur als Logo-Kachel — ein Logo kann kein Sprachmodell zitieren.
Was auf dem Spiel steht, zeigt der G2 AI Search Insight Report 2026, eine Befragung von 1.076 B2B-Einkäufern im März 2026: 69 Prozent wählten am Ende einen anderen Anbieter, als sie ursprünglich vorhatten, weil eine KI-Antwort sie umgelenkt hat. Dieselbe Umlenkung funktioniert in beide Richtungen. Sie kann einen Planer, der eigentlich woanders anfragen wollte, zu dir bringen — oder einen, der eigentlich dich meinte, zu einem Wettbewerber schicken, der die Vergleichsphase einfach besser beantwortet hat.
Was danach passiert, wenn die Anfrage tatsächlich bei dir landet, behandle ich in Warum deine MICE-Anfragen im Portal landen statt bei dir und in Warum das individuelle MICE-Angebot dich Buchungen kostet. Beide Artikel setzen dort an, wo die Anfrage bereits existiert. Dieser hier setzt eine Stufe davor an, an dem Punkt, an dem noch gar nicht feststeht, ob sie überhaupt bei dir landet.
Die Anfrage ist nur noch die Bestätigung
Die Anfrage, die irgendwann in deinem Postfach landet, ist selten der Anfang der Entscheidung. Meistens ist sie deren Bestätigung — oder ihre Absage, ausgesprochen an ein Haus, das nie erfahren hat, dass es im Rennen war.
Ob dein Haus in dieser Phase überhaupt vorkommt, lässt sich nachprüfen. Sag Bescheid, dann schauen wir es uns gemeinsam an.