Answer Engine Optimization, kurz AEO, meint die gezielte Arbeit daran, dass ein KI-System wie ChatGPT oder Perplexity die eigene Website als Quelle nennt – nicht mehr nur die klassische Google-Suche. Am 12. September 2026 hat das Tech-Portal BASIC thinking dazu gleich zwei Vergleichsartikel veröffentlicht: HubSpot AEO gegen Semrush und HubSpot AEO gegen Ahrefs. Beide Texte richten sich an Marketing-Teams mit mehreren Projekten, CRM-Anbindung und einem eigenen Tool-Budget. Für ein einzelnes Hotel ist keiner der beiden geschrieben. Genau da fängt die Frage an, die für dich zählt.
Zwei Vergleichsartikel, ein Publikum, das dein Hotel nicht ist
Beide BASIC-thinking-Texte kommen zu einem ähnlichen Schluss: Wer viele Projekte betreut, kombiniert meist zwei Werkzeuge – HubSpot AEO für die direkte Anbindung ans Marketing-CRM, dazu Semrush oder Ahrefs für die Datentiefe darunter. Das ist eine vernünftige Empfehlung für eine Agentur mit zwanzig Kundenkonten oder eine Marketingabteilung mit eigenem Analytics-Team.
Ein Hotel mit einer Website und einer Handvoll Fragen, die Gäste tatsächlich einer KI stellen, ist nicht diese Zielgruppe. Bevor du ein Abo abschließt, lohnt sich deshalb ein Blick darauf, was diese Werkzeuge überhaupt liefern und was davon dein Haus wirklich braucht.
Was ein AEO-Tool eigentlich misst
Im Kern tun alle drei Anbieter dasselbe: Sie schicken vorformulierte Fragen („Prompts”) regelmäßig an KI-Modelle, protokollieren, ob und wie dein Name in der Antwort auftaucht, und vergleichen das mit deinen Wettbewerbern. Der Unterschied liegt darin, wie oft, über wie viele Modelle hinweg und zu welchem Preis.
Kostenlos — einmalig oder mit Lücke
- HubSpot AEO Grader: eine einmalige Momentaufnahme über GPT-5.4 mini, Perplexity und Gemini, keine Anmeldung nötig.
- Google Search Console: der Generative-AI-Bericht zeigt laufend Impressionen, aber keine Klicks oder Anfragen.
Kostenpflichtig — laufend, mehr Modelle
- Semrush AI Visibility Toolkit: ab 94,94 € im Monat, 25 eigene Prompts, vier KI-Systeme.
- Ahrefs Brand Radar: ab 50 US-Dollar im Monat für den Einstieg, bis 199 US-Dollar für sieben Plattformen.
Der HubSpot AEO Grader prüft deinen Namen ohne Kreditkarte und ohne Limit gegen drei Modelle (GPT-5.4 mini, Perplexity und Gemini) und liefert danach einen einmaligen Bericht zu Markenbekanntheit und Sichtbarkeitsanteil. Was er nicht liefert: eine zweite Messung nächsten Monat, um zu sehen, ob sich etwas verändert hat. Dafür ist er als Werkzeug schlicht nicht gebaut.
Die zweite kostenlose Quelle kommt nicht von einem Tool-Anbieter, sondern von Google selbst: der Generative-AI-Bericht in der Search Console zeigt kontinuierlich, wie oft deine Seiten in KI-Funktionen der Google-Suche auftauchen. Was dabei fehlt und warum das mehr ist als eine Formalie, habe ich in Was Googles KI-Bericht über GEO beweist – und was nicht ausführlich beschrieben: Klicks, Klickrate und Suchanfragen fehlen auch dort komplett.
Der Preis zeigt, für wen das Werkzeug gebaut ist
Sobald du zahlst, bekommst du mehr Modelle und mehr Frequenz – aber die Menge, die die Anbieter dafür kalkulieren, sagt viel über die gedachte Zielgruppe.
- Ahrefs Brand Radar, Einstieg
- 5 Prompts
- Semrush AI Visibility Toolkit, Basis-Plan
- 25 Prompts
Das Semrush AI Visibility Toolkit kostet im Basis-Plan 94,94 Euro im Monat bei Jahresabrechnung und deckt damit 25 selbst formulierte Prompts über ChatGPT, Google AI, Gemini und Perplexity ab, mit 300 Reports pro Tag. Ahrefs Brand Radar staffelt feiner: Der Einstieg mit 5 eigenen Prompts und 150 Checks beginnt bei 50 US-Dollar im Monat, der volle AI Visibility Index mit 83 Prompts pro Tag, mehr als 2.500 Checks und sieben Plattformen (inklusive Claude und Copilot) kostet 199 US-Dollar. Beides zusätzlich zu einem laufenden Ahrefs-Basisabo, das selbst schon bei 129 US-Dollar im Monat anfängt.
Frag dich an dieser Stelle ehrlich: Wie viele unterschiedliche Fragen stellt ein Gast vor der Buchung deines Hauses tatsächlich einer KI? „Bestes Tagungshotel im Inntal”, vielleicht „Hotel mit Hund nahe Kufstein”, dazu zwei oder drei Varianten. Das sind fünf bis acht Fragen, keine 25 und erst recht keine 83 am Tag. Genau für dieses Volumen ist selbst der günstigste laufende Plan noch überdimensioniert – er ist für eine Agentur kalkuliert, die zwanzig solcher Fragensets parallel verwaltet, nicht für ein Haus mit einem Standort.
Was dir kein Tool aus diesem Vergleich zeigt
Egal ob kostenlos oder für 199 US-Dollar im Monat: Keines der genannten Werkzeuge verbindet eine KI-Zitierung mit einer tatsächlichen Buchung. Das ist dieselbe strukturelle Lücke, die auch der Search-Console-Bericht offenlässt: Zwischen „wurde in der Antwort genannt” und „hat deswegen gebucht” liegt eine Strecke, die kein Anbieter in diesem Vergleich misst. Das ist kein Mangel an einem einzelnen Produkt, sondern der aktuelle Stand der gesamten Kategorie.
Verspricht dir ein Anbieter genau das, den Umsatz aus KI-Zitierungen, verkauft er eine Fähigkeit, die aktuell keines der hier verglichenen Werkzeuge hat.
Was du diese Woche ohne Abo prüfst
Für ein einzelnes Haus reicht in aller Regel die kostenlose Kombination, bevor überhaupt über ein Abo nachgedacht wird:
- Öffne die Google Search Console und sieh nach, ob der Reiter für generative KI-Funktionen bei dir steht. Sortiere nach Impressionen und notiere, welche Seite am häufigsten zitiert wird.
- Lass den HubSpot AEO Grader einmal über deinen Hotelnamen laufen. Das kostet nichts und zeigt dir eine erste Einordnung gegen deine tatsächlichen Wettbewerber.
- Stell ChatGPT, Perplexity und Gemini dieselben drei bis fünf Fragen, die ein Gast vor der Buchung stellen würde. Notiere, ob dein Haus fällt und welche Quelle jeweils genannt wird.
Erst wenn diese drei Schritte ein Muster zeigen, das du laufend beobachten willst, etwa weil du gerade aktiv an deinen Inhalten arbeitest, wird ein bezahltes Tool überhaupt relevant. Und dann lohnt sich der Blick auf den günstigsten Einstiegsplan, nicht auf das Paket, das für zwanzig Kundenkonten kalkuliert ist.
Mehr Prompts sind nicht mehr Gäste
Der Markt für KI-Sichtbarkeits-Tools wächst gerade schnell, und das ist an sich ein gutes Zeichen: Vor zwei Jahren gab es diese Kategorie kaum. Wachstum in einer Software-Kategorie bedeutet aber nicht, dass jedes neue Produkt für jede Betriebsgröße gebaut ist. Die aktuellen Vergleiche kalkulieren in Kundenkonten und Prompt-Kontingenten, die ein einzelnes Hotel nie ausschöpft.
Bevor du ein Abo unterschreibst, das nach Prompt-Volumen für eine Agentur bepreist ist, lohnt sich der kostenlose Weg zuerst: nicht weil er vollständig wäre, sondern weil er für die Fragenmenge eines einzelnen Hauses ausreicht. Was danach fehlt, ist bei jedem Anbieter dasselbe: der Beweis, dass eine Zitierung zu einem Gast geworden ist.
Quellen: BASIC thinking: HubSpot AEO vs. Semrush · BASIC thinking: HubSpot AEO vs. Ahrefs · HubSpot: AEO Grader · Semrush: AI Visibility Toolkit Pricing · Ahrefs: Brand Radar · Google Search Console Hilfe: Generative AI performance report